Dorfladen Lich-Eberstadt feierte Jubiläum

Dorfladen Lich-Eberstadt feierte Jubiläum

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Als ein Projekt aus der letzten Förderperiode feierte im vergangenen Oktober der Dorf- und Kulturladen Eberstadt in Lich sein 2-jähriges Bestehen.

Ein Bericht von Alexandra Renkawitz, Schriftführerin des Vereines Dorf- und Kulturladen Eberstadt. Im Bild sehen wir den Vorstand des Vereines.

2-jähriges Jubiläum – Zeit für einen kleinen Rückblick

Normalerweise enden Jubiläumszahlen mit einer null oder einer fünf. Der Dorfladen selbst bestand am 3. Oktober erst zwei Jahre, sein Trägerverein fühlt sich aber mindestens wie fünf. Denn bis der Laden eröffnet werden konnte, gingen noch Jahre ins Land. „Die erste Idee zu einem Dorfladen kam bei einem Weihnachtfeier der Gymnastikgruppe des örtlichen Turnvereins“ erinnert sich Ulrike Traxler-Schmoranz, Vorsitzende des Dorf- und Kulturladenvereins Eberstadt. Sie war von Anfang an dabei, wie auch Ulrike Fey, Kerstin Berghoff und Alexandra Renkawitz. Nach Ausloten des Bedarfs an einer Begegnungs- und Einkaufsstätte, und des hierfür erforderlichen Willens zum Engagement für ehrenamtliche Tätigkeiten am das Projekt 2010 ins Rollen. Von Anfang an konnte das Quartett dabei auf die Unterstützung von Bürgermeister Bernd Klein zählen.

Kann das klappen?

Ein leer stehendes denkmalgeschütztes Fachwerkhaus in städtischem Besitz, das Herrenhaus im alten Pfaffenhof, war bald als Wunschdomizil gefunden. Aber ohne Fördermittel wäre der Plan nicht finanzierbar. Der Verein Region GießenerLand unterstützte das Vorhaben zunächst ideell und entsendete Referenten zu Informationsabenden. Ein Dorfladenverein wurde gegründet und ein Businessplan erstellt. Doch erst nachdem Magistrat und Stadtverordnetenversammlung der Investition in solch ein ungewöhnliches Vorhaben zustimmten, konnten Fördermittel beantragt werden. Sie stammen aus dem LEADER-Programm. Der Bewilligungsbescheid kam 2012.

100 helfende Hände

Nach dem Eingang des Bewilligungsbescheides war kein Halten mehr. Viele Vereinsmitglieder hatte die Leidenschaft gepackt: Sie wollten selbst Hand anlegen beim Renovieren der „Bude“, in der vor 50 Jahren noch einige selbst zur Schule gegangen sind. Die innenarchitektonischen Vorstellungen wurden mit Statiker und Architekten besprochen. Weil das Objekt aber in städtischem Besitz ist und alle wichtigen Gewerke ausgeschrieben worden sind, konnten die Männer nur beim Rückbau tatkräftig Hand anlegen: Das Erdgeschoss wurde komplett entkernt und umgestaltet. Erst nach den Umbauarbeiten, als es ans Aufarbeiten alter Möbelstücke und an die Einrichtung ging, durfte wieder mitgeholfen werden.

Was macht diesen Laden so charmant?

Zur Ausstattung und Einrichtung des Ladens und des angegliederten Cafés wurden Möbel, Geschirr und Besteck aus vielen privaten Haushalten zusammengetragen. Die Spender besuchen gerne ihre teils mehrere Generationen alten Sachen. Ganz nebenbei kaufen sie kleine Dinge des täglichen Bedarfs, oder trinken ein Tässchen Kaffee mit netten Menschen aus der Nachbarschaft. Die hohe Außentreppe ist dabei keine Hürde, denn es gibt einen Außenlift, mit der auch Menschen mit Rollator oder Rollstuhl in das behindertengerecht eingerichtete Lokal kommen können.

Was gibt es eigentlich zu kaufen?

Das Sortiment beinhaltet Artikel der Grundversorgung – einschließlich Frischmilch – und Produkte des Ortes und der Region. Auch ein Sortiment in der Bio- und in der Feinkost-Ecke entwickelt sich kontinuierlich. Und natürlich die Torten am Freitag- und Sonntagnachmittag.

Und sonst

Schriftführerin Alexandra Renkawitz berichtet: „Einmal im Monat gibt es eine Kultur-Veranstaltung, die Reihe nennt sich „Midde in de Woch“. Sie bringt interessierte Dorfbewohner und auch Gäste von außerhalb zusammen. Im gemütlichen Kreis, mit leckerer Suppe für alle, berichtet dabei ein Talk-Gast aus seinem Leben. Winzerin, Pfarrerin, Maler, Musiker, Autoren und andere interessante Menschen finden dafür zu uns. Die Kunst hat darüber hinaus auch an den Wänden ihren festen Platz: Alle sechs Wochen wechselt die Ausstellung, es sind namhafte Künstler der Region. Ich organisiere die Vernissagen und mache die Pressearbeit.“ Auch die Zeitungsredaktionen begleiten das Eberstädter Kuriosum mit wohlwollender Berichterstattung. Dass die Veranstaltungen im Dorfladen Spaß machen hat sich so rasch herum gesprochen.

Der Dorfladen ist in erster Linie ein Ort des Austauschs und der sozialen Wärme. „Unser Ort hat gut 800 Einwohner. Davon sind 150 im Dorfladenverein Mitglied, und 50 hiervon helfen tatkräftig mit. Wo gibt es das, dass ein Dorfladen mit so viel Herzblut und ehrenamtlichem Engagement betrieben wird? Ich denke, das ist einzigartig“, so Frau Traxler-Schmoranz. Sie freut sich auf weitere erfolgreiche Jahre.

Im Dezember erhielt der Verein gerade wegen seines herausragenden ehrenamtlichen Engagements im sozialen Bereich die Landesauszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration. Das ist eine Auszeichnung auf die die Eberstädter stolz sein können.

Dorf- und Kulturladen Eberstadt in Lich