Ergebnisse aus dem Heckenprojekt

Ergebnisse aus dem Heckenprojekt

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Wettenberg – In Wettenberg präsentierte der Verein Ergebnisse aus dem LEADER-Projekt „Mittelhessisches Schnittgutmanagement“ und stellte erste mögliche Folgeprojekte vor.

„Die Ergebnisse zeigen, dass sich hohe ungenutzte Potenziale von Biomasse in den beteiligten Regionen finden“, berichtete Peter Momper von der AC Abfall Consult und Engineering GmbH (AC). Die Grüngutsammlung und der gewonnene Ast- und Strauchschnitt in der Region könne besser genutzt werden, denn ein Großteil der erfassten Biomasse werde immer noch in Mainz oder Offenbach in Hackschnitzelöfen verwertet. Die AC und das Witzenhausen Institut haben im vergangenen Jahr das theoretischen Energieholzpotenziale von Hecken und Feldgehölzen wie auch weiterer Landschaftselemente untersucht. Sie analysierten die Akteursstrukturen in insgesamt sechs LEADER-Regionen und führten zahlreiche Interviews durch. Auf Grundlage dieser Ergebnisse zeigten sie an diesem Abend wie Hackschnitzel aus Heckenschnitt in geeigneten Hackschnitzelöfen verwertet werden und in welcher Form naturschutzfachliche Pflege intensiviert werden könnte.

Schotten beheizt sein Nahwärmenetz bereits mit Heckenschnitt

Einblicke in die Praxis gewährte Jochen Wöllner, Bauleiter der Stadt Schotten im Vogelsbergkreis. In Schotten wird seit zwei Jahren ein kommunales Nahwärmenetz mit Heckenschnitt befeuert. „Dies war eine politische Entscheidung“, so Wöllner, „bei dem Klimaschutzaspekte und die Möglichkeit sich langfristig unabhängig von fossilen Brennstoffen zu versorgen die Stadt antrieb.“ Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In Zusammenarbeit mit ansässigen Unternehmen organisiert der Bauhof die Pflege der kommunalen Hecken. Dazu arbeitet er mit einem Programm, mit dessen Hilfe die Mitarbeiter auch draußen vor Ort entscheiden können, welche Heckenabschnitte wann geschnitten und zu Holzhackschnitzeln verarbeitet werden können. Die Grundlage dazu bildet ein „Pflegeplan“, der einen 10-15 Jahresrhythmus beinhaltet. Die weitere Bearbeitung des Schnittgutes, wie auch die Betreibung des Ofens mit seinem Wärmenetz liegt allein in der Hand des Bauhofes. „Unser Verantwortungsbereich hat sich stark erweitert und wir mussten einiges dazu lernen, aber es lohnt sich. Meine Leute hat dies stark motiviert“, schließt Wöllner seinen Beitrag ab.

 

Großes Interesse der Kommunen an Folgeprojekten
„Welche Kommunen im Landkreis Gießen solche oder ähnliche Projekte zum Thema Heckenschnitt angehen, wird sich zeigen“, so Anette Kurth als federführende Vertreterin der sechs LEADER-Regionen. „Wir haben mit unserem „Heckenprojekt“ die Basis geschaffen und das Interesse der Kommunen war groß.“ Am runden Tisch im Landkreis Gießen haben sieben Kommunen teilgenommen. Die Ideen reichen von der Versorgung eines Gewerbegebietes mit Wärme und Kälte, über den Aufbau von Wärmenetzen in Ortsteilen bis zum Ausbau der Bauhofaktivitäten, ähnlich wie in Schotten. „Wir haben ein großes Potenzial an Holz aus verschiedenen Quellen und ich möchte das Thema Wärmeversorgung mit nachwachsenden Rohstoffen jetzt angehen. Beschlüsse unserer Stadtgremien gibt es dazu allerdings noch nicht.“ lautete das Statement von Bürgermeister Klug aus Laubach.

„Im nächsten Schritt wird ein Abschlussbericht die Ergebnisse darstellen. Folgeprojekte sind bereits in der Planung. “ erklärte Anette Kurth.
Die Präsentationen, Ergebnisse der Veranstaltung und mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.