Wanderer zwischen den Welten im GießenerLand

Wanderer zwischen den Welten im GießenerLand

In Anlehnung an unser Projekt “Schäferwagen- Herberge Hungen Nonnenroth” finden Sie hier Hintergrundinformationen zum Lutherweg in unserer Region und dem Stand des Projektes.

Pilgern folgt keinem Maxim

Die Gedanken gehen nach innen. Die Füße voran. Pilgern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Dafür sprechen wachsende Zahlen von Pilgerinnen und Pilgern, aber auch die Angebote verschiedenster Reisegesellschaften und Touristikverbänden
Waren Motive des Pilgerns in früheren Zeiten immer religiöser Natur, so können es heute ganz andere sein. Das Ausbrechen aus der Hektik des Alltags, die Frage nach dem Sinn des Lebens. Die Menschen wollen innehalten und bewusster Doch es gibt auch die einfache Absicht, einen zurückgelegten Weg nachzuempfinden, die Strapazen zu fühlen, sich hineinversetzen in längst vergangene Zeiten.

Ein Weg, der zukünftig auch im GießenerLand erfahrbar sein wird: Mit dem Beschreiten der Wege Martin Luthers.

Weltweite Impulse

Auf seiner Reise von Wittenberg zum Reichstag nach Worms im Jahre 1521 durchquerte der Reformator auf 350 Kilometern auch Hessen. Mit einem Rollwägelein und einem Tross von Begleitern machte er sich auf den Weg um sich vor dem Kaiser den Vorwürfen zu stellen er sei ein Ketzer.
Das Anschlagen der 95 Thesen an der Schlosskirche in Wittenberg war zur damaligen Zeit revolutionär. Die gedanklichen Impulse Luthers spielten eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Moderne und reichen in ihren Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags wird 2017 nicht nur in der evangelischen (und katholischen) Kirche mit einer Vielzahl von Angeboten gedacht sondern auch als nationaler Feiertag am 31. Oktober begangen.

So verwundert es nicht, dass nicht nur die evangelische Kirche den Reformator für das Jahr 2017 in den Mittelpunkt stellt, sondern auch der Reformationstag am 31. Oktober ein nationaler Feiertag sein wird. Denn die Veröffentlichung der Thesen jährt sich zum 500. Mal.
Das Reformationsjubiläum will einen Brückenschlag von den historischen Ereignissen mit ihren Auswirkungen bis heute sein und soll von Offenheit, Freiheit und Ökumene geprägt sein und wird in globaler Gemeinschaft von Feuerland bis Finnland, von Südkorea bis Nordamerika gefeiert. Neben internationalen Projekten, wie Wanderausstellungen und internationalen Kongressen präsentiert sich auch der Tourismus. Im Vordergrund stehen dabei die Wegen Luthers in Deutschland.

Schritt für Schritt, abseits dicht befahrener Straßen, durch die schönsten Landschaften sollen die Routen zu den Kirchen, Wohnorten und Wirkungsstätten des Reformators führen. Diese gilt es auszuweisen, zu beschildern und Pilgern wie auch Wanderern ein warmes Bett zur Verfügung zu stellen um müden Füßen die wohlverdiente Erholung zu gönnen. Denn wer sich – in der Tradition des Pilgerns – auf den Weg macht, entdeckt das reformatorische Erbe der Region jenseits der Geschichtsbücher, mit allen Schönheiten, aber auch Strapazen.

Wie sieht diese Erfahrung im GießenerLand aus?

Der Verlauf der Reiseroute Martins Luthers von Wittenberg nach Worms ist historisch belegt. Er folgte wie viele andere Kaufleute zu dieser Zeit der Handelsstraße der „Kurzen Hessen“. Die exakte Route des Reformators ist heute jedoch nicht mehr bekannt, zudem würde sie sich wohl auch nicht durchgängig als Wanderweg für Fußgänger oder Radfahrer eignen. Der 2012 gegründete Verein „Lutherweg in Hessen e.V.“ hat deshalb entlang der historisch belegten Strecke einen Korridor festgelegt, innerhalb dessen der Lutherweg auf vorhandenen Wanderwegen, Wald- und Wirtschaftswegen durch die hessische Landschaft führen soll.
Angegliedert an die Lutherwege in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen besticht der Lutherweg in Hessen durch seine zentrale Lage in Deutschland. Im GießenerLand beschreiten Wanderer und Pilger die Wege Luthers durch die Kommunen Hungen, Laubach, Grünberg und Lich. Einzigartig ist hier: Es handelt sich um einen Rundweg. Am Hessenbrückenhammer bei Laubach, die Furt, die den Oberlauf der Wetter beschreibt, teilt sich dieser in die sogenannte Ost- und eine Westspange, die in Friedberg wieder zusammentrifft.

Mit dem Lutherjahr ergeben sich viele Chancen für die Region. Wir können unsere Region mit ihren geschichtlichen Schönheiten einer weltweiten Interessensgemeinschaft präsentieren und selbst vor Ort erleben und genießen.

Ein gemeinsames Konzept

Auf Anregung des Vereins Gießener Land hat die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg zu einer Vernetzung der geplanten Aktivitäten aufgerufen. Denn ein Weg wird nur nutzbar und attraktiv für Pilger aus Nah und Fern, wenn die Potentiale entlang des Weges sichtbar werden. Durch ein gemeinsames Konzept soll es Pilgern und Wanderern möglich werden, die Schönheiten und Besonderheiten unserer Region im Ganzen entdecken zu können.

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